Hashimoto und die Nebennierenschwäche

Gastbeitrag von meiner lieben Kollegin Hildegard Nobis und dem gemeinsamen Buch von Hildegard Nobis und Evelyn Wurster zum Thema


Nebennierenschwäche für Betroffene



Liebe Leser,

Claudia hat mich eingeladen, in diesem Blog etwas über die Nebennierenschwäche zu schreiben. Warum aber in einem Blog, in dem es hauptsächlich um Hashimoto geht, über eine andere Krankheit informieren?

Nun die Antwort ist ebenso einfach wie kompliziert. Hashimoto und Nebennierenschwäche haben nämlich eine ganze Menge miteinander zu tun und das möchte ich Ihnen heute zu erklären versuchen.


Was ist eine Nebennierenschwäche?

Die Nebenniere hat eigentlich gar nichts mit der Niere zu tun, sondern ist ein kleines Organ, dass wie eine Zipfelmütze auf den Nieren sitzt – daher ihr Name.

Ihre Aufgabe ist es, Hormone zu bilden, die unser Körper dringend braucht. Unter anderem Hormone, die die Fortpflanzung beeinflussen und Hormone, die unser Körper braucht, um auf Stress angemessen reagieren zu können. Hier ist ein wichtiger Vertreter das Cortisol, das immer dann ausgeschüttet wird, wenn wir Stress haben.

Dieses Cortisol ist überlebenswichtig für den Körper und so macht er alles, damit immer genug davon vorhanden ist. Wenn wir lange Zeit unter Stress leiden, dann kann es passieren, dass die Nebenniere sich erschöpft. Das können Sie sich vorstellen, wie ein Mitarbeiter, der immer zuverlässig ist und ständig Überstunden schiebt. Irgendwann ist der Akku leer. Die Batterien sind alle und nichts geht mehr. Es wird nicht mehr ausreichend Cortison gebildet und wir fühlen uns schlapp und kraftlos.

Die Nebennierenschwäche kann dann vielfältige Symptome verursachen. Neben der Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit kann es auch zu Schmerzen in den Gelenken kommen, die Verdauung macht nicht mehr richtig mit, die Immunabwehr geht in den Keller und das hormonelle Gleichgewicht kann aus den Fugen geraten.


Was haben Hashi und eine Nebennierenschwäche miteinander zu tun?

Vielleicht haben beim ein oder anderen Leser eben schon die Glocken geklingelt. Symptome wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Schwäche sind eben auch die typischen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion. Und: Hashi kann eine Nebennierenschwäche begünstigen und umgekehrt.

Warum ist das so?


Warum begünstigt ein Hashi eine Nebennierenschwäche?

Hashi ist oft mit Entzündungen im Körper und nicht nur an der Schilddrüse verbunden. Diese Entzündungen bedeuten einen enormen Stress für den Körper. Außerdem versucht er, mit Cortisol gegen die Entzündung zu kämpfen. Hashi bedeutet also Stress für die Nebenniere. Aber auch die vielfältigen anderen Symptome, die oft mit einer Hashimoto Erkrankung einhergehen, bedeuten für den Betroffenen oft Stress und damit Stress für die Nebenniere.


Warum begünstigt eine Nebennierenschwäche einen Hashi?

In der Nebennierenschwäche ist unser Immunsystem oft ziemlich schwach. Damit steigt auch die Gefahr von Autoimmunerkrankungen wie dem Hashimoto. Umgekehrt lässt sich in der Praxis oft beobachten, dass mit einer Ausheilung der Nebennierenschwäche auch die Antikörper der Schilddrüse wieder weniger werden.


Was kann man tun?

Als allererstes und wichtigstes: Stress wo immer es geht vermeiden. Stress gibt es auf körperlicher Ebene, wie eben beschrieben. Aber auch auf emotionaler Ebene – der Stress, den wir uns selbst machen, Stress in Partnerschaften, auf der Arbeit, mit den Kindern …. Sie können diese Liste selbst lange fortsetzen.

Aber auch ungesunde Lebensweisen oder schlechte Ernährung setzen den Körper und damit die Nebenniere unter Stress.

Die Suche nach den individuellen Stressoren ist der erste Schritt zu einer Heilung.

Ein guter Therapeut wird neben der Schilddrüse auch die Nebennieren mit im Blick haben. Getestet wird hier das Cortisol im Speichel zu unterschiedlichen Tageszeiten. Daraus kann ein Therapeut dann herauslesen, ob eine Nebennierenschwäche vorliegt und wenn ja, wie weit diese Schwäche schon fortgeschritten ist.

Ich hoffe, Ihnen mit diesem Artikel einige Informationen gegeben zu haben, die Ihnen helfen, Ihren Körper noch besser zu verstehen.


Mit herzlichen Grüßen

Hildegard Nobis

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