GLÜCKSFASTEN – neue Schwerpunkte setzen, um leichter zu leben


Der Fasching ist vorbei, die Narreteien fangen an. Wer nach dem Kehraus nicht nur von einem kräftigen Kater, sondern von einer noch kräftigeren Erkältung geplagt wird, darf jedoch auf Abhilfe hoffen. Neben viel trinken (kein Alkohol natürlich) und viel schlafen (bitte nicht am Steuer) helfen auch Omas Wundermittel aus der Hausapotheke. Der Quarkwickel lindert die Halsschmerzen, der heiße Holundersaft oder die heiße Zitrone sorgen für befreiendes Schwitzen. Nicht zu verachten sind bei Erkältung die Schüßler Salze Nummer 3 und 7: Ferrum phosphoricum und Magnesium phosphoricum haben noch niemandem bei Husten, Heiserkeit oder Fieber geschadet.


Nahtlos ist der Übergang von den Faschingsscherzen zu den Fastenkuren, die bis Ostern wieder Hochkonjunktur haben. Intervallfasten, Suppenfasten, Saftfasten, Basenfasten, Heilfasten nach Buchinger oder Milch-Semmel-Fasten nach Mayr heißen die Tortouren, mit denen sich der moderne Zeitgenosse in den kommenden Wochen plagen soll. Bevor er lästige Pfunde verliert, verliert er meist die Geduld und seine Selbstbeherrschung mit dazu. Ja, das Fasten kann mitunter schlimmer sein als eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt.


Damit wir im Frühling nicht völlig ungenießbar werden, empfehle ich, sich in den kommenden zwei Monaten auf das Wesentliche zu beschränken, um das es beim Fasten wirklich geht: Überflüssiges los zu werden, um für sich und andere frei zu sein. Damit sind nicht in erster Linie Gramms und Kilogramms gemeint, sondern Lasten, die wir uns selbst aufbürden und die uns nicht nur auf den Schultern drücken, sondern vor allem auf der Seele.


Diese Pfunde werde ich dann am schnellsten los, wenn ich mich bewege, am besten auf andere Menschen zu. Schon ein gutes Wort, ein Lob, eine Ermunterung, ein Dankeschön (wer stark genug ist, kann es auch mit guten Taten versuchen) lösen bei meinem Nächsten eine Freude aus, die mich selber froh macht. Man mag es kaum glauben, bei all den uns aufdiktierten Fastenfolterkuren, die ab dem Aschermittwoch wieder in aller Munde sind, aber beim Fasten geht es wirklich darum, andere glücklich zu machen und dadurch selbst glücklich zu werden.


Ich erlebe das immer wieder in meinem Beruf, in dem ich für andere Menschen da sein darf. Es macht mich selbst glücklich, in die strahlenden und dankbaren Augen eines Patienten zu blicken, der nach meiner Behandlung weniger Schmerzen empfindet und auf einmal wieder laufen kann. Es verändert auch mein Leben, die Tränen in den Augen einer jungen Frau zu sehen, die sich Jahre lang vergeblich ein Kind gewünscht hat und die jetzt endlich schwanger ist. Meinen Patienten zu helfen, sie von ihren Lasten zu befreien, das macht mich selbst heil und gesund. In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine Fastenzeit, die, wenn es denn so sein soll, auch schlank, aber vor allem glücklich macht.


Eure Claudia

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